Artgerechte Ernährung der Katze - Vertiefung

Im vorherigen Beitrag habe ich über die grundlegenden Aspekte einer artgerechten Katzenernährung geschrieben. In diesem Beitrag möchte ich tiefer in bestimmte Themen eintauchen und Ihnen zusätzliche Tipps geben, um die Ernährung ihrer Katzen optimal zu gestalten. Dabei lege ich den Fokus auf eine artgerechte Futterzusammensetzung, spezielle Bedürfnisse und häufige Missverständnisse in der Katzenernährung.

 

Die Bedeutung von Feuchtigkeit in der Katzenernährung

Katzen trinken von Natur aus wenig, da ihre Vorfahren in trockenen Regionen lebten und ihren Flüssigkeitsbedarf größtenteils über die Nahrung deckten. In der modernen Fütterung, insbesondere bei Trockenfutter, kommt es oft zu einer unzureichenden Flüssigkeitsaufnahme, was langfristig zu Nierenproblemen und Harnwegserkrankungen führen kann.

Warum Nassfutter bevorzugt werden sollte

Hoher Wassergehalt

Nassfutter enthält in der Regel bis zu 80% Wasser, was die Flüssigkeitszufuhr der Katze unterstützt.

Natürliches Fressverhalten

Feuchtfutter imitiert eher die Zusammensetzung von Beutetieren, was der natürlichen Ernährung der Katze entspricht.

Nierenschutz

Eine gute Flüssigkeitsversorgung ist entscheidend, um Nierenproblemen vorzubeugen. Besonders ältere Katzen sind anfällig für Niereninsuffizienz.

 

Die Rolle von Taurin - Der unsichtbare Held

Taurin ist eine der wichtigsten Aminosäuren für Katzen und für ihre Herzgesundheit, Augenfunktion und das Immunsystem unerlässlich. Da Katzen Taurin nicht in ausreichender Menge selbst synthetisieren können, muss es über die Nahrung zugeführt werden.

Mangelerscheinungen bei unzureichender Taurinaufnahme

Herzprobleme: 

Taurinmangel kann zu einer Erkrankung namens dilatative Kardiomyopathie (DCM) führen, einer schweren Herzkrankheit.

Sehschäden: 

Ein langfristiger Taurinmangel kann die Netzhaut der Augen schädigen und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.

Immunsystem: 

Taurin unterstützt zudem das Immunsystem und hilft der Katze, Krankheiten abzuwehren.

Achten Sie bei der Wahl des Futters darauf, dass es ausreichend Taurin enthält. Viele minderwertige Futtersorten enthalten nur eine geringe Menge an Taurin und müssen daher durch künstliche Zusätze angereicht werden. Ein idealer Tauringehalt sind beispielsweise 1500mg/ 200g Dose.

Hier sind einige Nassfuttermarken, welche ich mit gutem Gewissen empfehlen kann:

  • 1. Catz Finefood
  • 2. MAC´s
  • 3. ANIfit (10% Neukundenrabatt mit dem Code: TYGERFOOD)
  • 4. GranataPet
  • 5. Terra Felis

 

Rohfütterung (BARF) - Ein tieferer Einblick

Wie bereits erwähnt, orientiert sich die BARF-Ernährung (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) an der natürlichen Ernährung von Wildkatzen. Diese Fütterungsmethode hat viele Anhänger, erfordert aber auch ein tiefes Wissen über die Nährstoffbedürfnisse der Katze.

Wichtige Aspekte bei der Rohfütterung

  • Ausgewogene Mischung: Eine erfolgreiche BARF-Diät besteht aus rohem Fleisch, Knochen, Innereien und einer kleinen Menge pflanzlicher Bestandteile wie Gemüse oder Kräutern. Falsche Mengenverhältnisse können zum Nährstoffmangel führen.
  • Sicherheit und Hygiene: Rohe Lebensmittel bergen ein Risiko für Bakterien wie Salmonellen. Fleisch sollte frisch und gekühlt gelagert und Utensilien regelmäßig gereinigt werden.
  • Ergänzung durch Nährstoffe: Oftmals müssen bei der Rohfütterung bestimmte Vitamine und Mineralstoffe wie Kalzium oder Vitamin D durch spezielle Supplemente ergänzt werden, um eine vollständige Nährstoffversorgung sicherzustellen.

 

Häufige Missverständnisse in der Katzenernährung

"Pflanzliche Kost ist gesund für Katzen"

Katzen sind Fleischfresser. Eine rein pflanzliche Ernährung kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen, da Katzen bestimmte lebensnotwendige Nährstoffe nur aus tierischen Quellen beziehen können.

"Fisch ist die beste Nahrung für Katzen"

Fisch sollte nicht die Basis der Katzenernährung bilden. In geringen Mengen kann er eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren sein. Viele Fischsorten (beispielsweise Thunfisch) enthalten zu viel Quecksilber oder ungesunde Mengen an Thiaminase, einem Enzym, das Vitamin B1 abbaut. Eine Überfütterung mit Fisch kann daher zu Nährstoffmängeln führen.

"Trockenfutter reinigt die Zähne"

Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass Trockenfutter die Zähne der Katze reinigt. Tatsächlich haftet es oft an den Zähnen und fördert Zahnbelag. Zudem schlucken viele Katzen das Trockenfutter, ohne zu kauen, herunter. Zur Zahnpflege eignen sich spezielle Kau- oder Zahnpflegeprodukte (keine Produkte für Menschen!) und regelmäßige tierärztliche Kontrollen besser.

"Hochwertiges Katzenfutter ist zu teuer"

Hochwertiges Futter mag auf den ersten Blick teuer erscheinen, aber es ist in der Regel deutlich nährstoffreicher und besser auf die Bedürfnisse von Katzen abgestimmt. Dadurch benötigt eine Katze weniger Futter, um ihren Nährstoffbedarf zu decken, was die vermeintlich höheren Kosten ausgleicht. Billiges Futter enthält häufig minderwertige Zutaten, Füllstoffe oder Zucker, die den Katzen keinen echten Nährwert bieten und langfristig sogar gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Diabetes oder Nierenerkrankungen fördern können. Dies führt oft zu höheren Tierarztkosten und verschlechtert die Lebensqualität der Katze.

"Katzen können Milch trinken"

Katzen sind laktoseintolerant, was bedeutet, dass sie Milch nicht richtig verdauen können. Dies führt oft zu Durchfall und Magenproblemen. Auch sogenannte "Katzenmilch", die speziell im Handel erhältlich ist, ist nicht immer die beste Wahl für Katzen. Zwar enthält diese deutlich weniger Laktose als normale Kuhmilch, hat aber dennoch einige Nachteile. Katzenmilch enthält Zucker und Fett, was zu überflüssigen Kalorien führt. Übergewicht kann wiederum zu Gesundheitsbeschwerden wie Diabetes oder Gelenkbeschwerden führen. Katzenmilch ist eher eine Art Leckerli, da sie kaum nützliche Nährstoffe enthält. Katzen erhalten alle notwendigen Nährstoffe über ein hochwertiges Futter. Wasser ist die beste Flüssigkeit für Katzen, und Milch sollte vermieden werden. 

"Ein bisschen Menschenessen ist in Ordnung"

Viele Lebensmittel die für Menschen sicher sind, können für Katzen giftig sein. Dazu gehören Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Trauben und einige Gewürze. Mehr zu diesem Thema unter meinem Blogbeitrag "Giftige Pflanzen und Lebensmittel".

"Getreide im Katzenfutter ist unproblematisch"

Viele minderwertige Katzenfutter enthalten Getreide wie Mais, Weizen oder Soja als Füllstoffe. Diese bieten Katzen jedoch kaum Nährwert und können in einigen Fällen sogar Allergien und Verdauungsprobleme verursachen. Katzen können Kohlenhydrate nur eingeschränkt verdauen und benötigen vor allem Proteine und Fette tierischen Ursprungs.

 

Besondere Ernährungsbedürfnisse

Einige Katzen haben spezielle Ernährungsbedürfnisse aufgrund von Erkrankungen oder Lebensphasen.

Katzen mit Nierenerkrankungen

benötigen beispielsweise spezielles Nierendiätfutter, das den Phosphorgehalt reduziert und die Nieren entlastet.

Übergewichtige Katzen

sollten kalorienreduziertes Futter erhalten, das trotzdem alle wichtigen Nährstoffe enthält.

Katzen mit Allergien

können auf bestimmte Proteine empfindlich reagieren und benötigen hypoallergenes Futter.

Es ist wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse der Katze einzugehen und gegebenenfalls den Rat eines Tierarztes einzuholen.

Die Bedürfnisse Ihrer Katze können sich im Laufe ihres Lebens ändern, weshalb es wichtig ist, das Futter regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

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